Ein Kartenverlag in Celle hat 36 Arbeitstage für eine neue Wanderkartenreihe, und nur drei der fünf Vorgänge auf der Liste entscheiden darüber, wann sie im Laden steht. Die übrigen dürfen sich um Tage verschieben, ohne dass der Termin sich bewegt. Diese beiden Gruppen auseinanderzuhalten ist die Rechnung unter jedem Bereich dieser Seite.
Die Liste, mit den Dauern von denen, die die Arbeit machen. Kartografie und Korrektorat, 24 Tage. Umschlagentwurf bei einer Agentur, 9 Tage. Freigabe des Umschlags im Haus, 3 Tage, und erst nach dem Entwurf. Druck in Augsburg, 8 Tage, und erst wenn Karten und Umschlag freigegeben sind. Auslieferung an das Lager, 4 Tage, danach. Aneinandergehängt, was aufeinander folgen muss, fällt der Termin aus der Liste: 36 Tage, nämlich 24, dann 8, dann 4.
Der kritische Pfad ist die längste Kette voneinander abhängiger Vorgänge, und er legt den Endtermin fest. Der Umschlag liegt nicht darauf. Neun Tage Entwurf und drei Tage Freigabe laufen neben 24 Tagen Kartografie, also bleiben zwölf Tage übrig. Ein Vorgang auf dem kritischen Pfad hat null Puffer, und mehr heißt Daraufliegen nicht.
Zwölf Tage wovon? Das ist an dieser Stelle die deutsche Frage, und die Antwort steht in DIN 69900, der Norm für Netzplantechnik. Gesamtpuffer ist die Verschiebung, die der Endtermin verkraftet. Freier Puffer ist die Verschiebung, die der Nachfolger nicht merkt. Der Umschlagentwurf hat zwölf Tage Gesamtpuffer und null freien Puffer: Er darf sich zwölf Tage verspäten, ohne dass die Reihe später im Laden steht, und keinen einzigen, ohne dass die Freigabe im Haus verrutscht.
Genau hier bleibt dieser Leser stehen. Beide kommen aus demselben Lehrgang, sitzen seit dem Kurs, und gerechnet wurde damit nie am eigenen Vorhaben. Im Alltag wird »Puffer« gesagt und der Gesamtpuffer gemeint; wer den freien Puffer nicht mitrechnet, verschiebt den Kalender von jemand anderem und wundert sich über den Ton in der nächsten Besprechung.
Die Zahl entscheidet auch, wohin Hilfe geht. Der Verlag kann für zwei Wochen eine freie Kartografin dazunehmen. Setzt er sie auf den Umschlag, bewegt sich nichts, denn mehr Leute auf einem Vorgang mit Puffer verschieben den Termin nicht; der Umschlag ist früher fertig und wartet dann. Setzt er sie auf die Kartografie, ist jeder gesparte Tag ein Tag früher im Laden.
Sechs verlorene Tage: der Kalender gehört dem, der den Vorgang macht
Ein Plan in Arbeitstagen ist noch kein Termin. Neun gesetzliche Feiertage gelten bundesweit; in Bayern kommen je nach Gemeinde bis zu fünf dazu, und einer davon gilt nur in Augsburg. Jeder Vorgang rechnet auf dem Kalender des Ortes, an dem er gemacht wird, und hier sind das zwei: die Kartografie in Niedersachsen, der Druck in Bayern.
Der Verlag beginnt am Montag, dem 16. November 2026, und rechnet die 36 Tage auf dem eigenen Kalender durch: Mittwoch, der 6. Januar 2027. Tatsächlich steht die erste Palette am Donnerstag, dem 14. Januar 2027 im Lager. Sechs Arbeitstage, und niemand hat langsamer gearbeitet: Der 6. Januar ist in Bayern gesetzlicher Feiertag und in Niedersachsen ein gewöhnlicher Arbeitstag, und die Druckerei hat vom 24. bis zum 31. Dezember Betriebsferien.
Die Gegenprobe kostet zehn Minuten. Neben jeden Vorgang gehören der Ort und die Tage, an denen dort niemand da ist: Feiertage, Betriebsferien, zugesagter Urlaub. Das Bundesurlaubsgesetz nennt in §3 mindestens 24 Werktage, bei einer Fünftagewoche also 20 Tage, und Verträge machen daraus meist 28 bis 30. Wer eine Kette durch den August legt, legt sie durch ein halb besetztes Haus.
Die Spanne hinter der Zahl: was aus zwei Wochen zwölf Tage macht
Die Druckerei hat zuerst »etwa zwei Wochen« gesagt, und zwei Wochen sind auf einem Plan zehn Arbeitstage. Gemeint waren zwölf. Gelogen hat niemand. Eine Woche ist eine Einheit des Kalenders, ein Plan rechnet in Arbeitstagen, und dazwischen verschwindet der Rest einer Woche.
Eine Schätzung ist eine Spanne, und die genannte Einzelzahl ist ihr optimistisches Ende. Brauchbar wird sie mit einem einzigen Zusatzsatz: Fragen Sie, was aus der Zahl die schlechte macht und wann das feststeht. Die Antwort aus Augsburg lautet acht Tage mit dem Papier im Haus, vierzehn mit nachbestelltem, und feststehen wird es am dritten Tag. Aus einer Vermutung ist damit ein Termin geworden.
Fertig ist an der Abnahme: was §640 BGB an das Ende eines Plans hängt
Erreichbar und bezahlbar ist an diesem Fach alles. Der Aufpreis steht im Vertrag. Der Druck ist ein Werkvertrag nach §631 BGB, geschuldet ist also ein Ergebnis und nicht die Mühe. Fertig ist ein Werkvertrag an der Abnahme nach §640 BGB, nicht am letzten Handgriff, und mit ihr wird nach §641 BGB die Vergütung fällig.
Der Absatz, den fast niemand kennt, ist der zweite. Setzt der Unternehmer nach der Fertigstellung eine angemessene Frist zur Abnahme, und verweigert der Besteller sie in dieser Frist nicht unter Angabe mindestens eines Mangels, gilt das Werk nach §640 Absatz 2 BGB als abgenommen. Ein Plan, dessen letzter Vorgang »Auslieferung« heißt, hat diesen Schritt gar nicht. Welche Regelung im Einzelfall die bessere ist, sagt diese Seite nicht; dass die Abnahme eine Dauer hat, gehört in die Liste.
Die Reihenfolge, die zahlt: Umfang zuerst, Werkzeug zuletzt
Zuerst der Umfang, schriftlich, und im selben Satz, wer abnimmt. Dann Planung, denn ein Stück ohne Namen daran ist ein Stück ohne Dauer, und aus Stücken ohne Dauer lässt sich keine Kette ziehen. Dann die Kette selbst, dann Projektsteuerung, die wöchentliche Arbeit gegen sie, und erst danach Risiko und Qualität.
Genommen wird die Reihenfolge von hinten. Ein Werkzeug wird ausgesucht, die Arbeit hineingetippt, und ein Nachmittag erzeugt etwas Planförmiges. Was daran bricht, ist benennbar: Ein Board hält Zustände und keine Abhängigkeiten, also gibt es keine Kette und keinen verteidigbaren Termin. Die erste Verschiebung trifft etwas mit Puffer und sieht nach nichts aus. Die zweite trifft die Kartografie.
Die Reihenfolge
Fünf Stufen, und das Programm ist keine davon
Jede Stufe braucht das Ergebnis der vorigen. Wer eine überspringt, merkt es erst, wenn eine Zusage schon ausgesprochen ist.
- 01Umfang und Abnahme schriftlichVor dem ersten Datum, das laut ausgesprochen wird
- 02Zerlegen, bis jemand eine Dauer nenntDie Einheit ist das Stück, für das ein Mensch eine Zahl sagt
- 03Die Kette suchen, die den Termin setztAlles daneben hat Gesamtpuffer und darf warten
- 04Jeden Vorgang auf seinen Kalender legenFeiertage und Betriebsferien gehören dem, der den Vorgang macht
- 05Die Woche gegen die Kette fahrenWas hat sich bewegt, und hält der Termin
Die Stufe, die am häufigsten fehlt, ist die vierte. Sie kostet zehn Minuten und ist die einzige, die von außen wie Bürokratie aussieht.
Der Plan seit Woche eins: das Änderungsdatum ist der Status
Der Plan entsteht in Woche eins, wenn das Bauen Freude macht und nichts schiefgegangen ist. Danach wird er nicht mehr geöffnet, denn Öffnen heißt herausfinden, dass der Termin verrutscht ist, und es jemandem sagen. Das ist die Hälfte der Arbeit, in der ein zweiter Mensch vorkommt.
Die Probe ist eine Tatsache und kein Gefühl: Das Änderungsdatum der Plandatei ist der Status. Ein Vorhaben, dessen Plan vor elf Tagen zuletzt gespeichert wurde, läuft anderthalb Wochen auf Erinnerung, und von innen sieht das aus wie ein guter Lauf. Ein ausgedruckter Balkenplan an der Wand hat dieses Datum nicht und ist deshalb der bequemste Plan, den es gibt.
Vier Programme, ein Termin: was 2026 zu öffnen ist
Eine Tabelle mit einer Spalte Dauer und einer Spalte Startet nach rechnet die Kette auf fünf Vorgängen von Hand und kostet nichts. Abgelöst hat sie den Balkenplan, der bei jeder verschobenen Zusage neu entstand. Einmal von Hand gerechnet, wird aus der Kette als Bild eine Zahl, über die sich streiten lässt.
Microsoft Project rechnet Kette, Puffer und die Wirkung einer Änderung und hat dieselbe Zeichnung für größere Vorhaben abgelöst; eine kostenlose Stufe gibt es nicht. Wer in Deutschland selbst betreiben will oder es muss, findet in OpenProject aus Berlin eine quelloffene Ausgabe, die kostenlos ist und Vorgänge, Beziehungen und einen Balkenplan hält. Sie läuft auf dem eigenen Server, und in einer Verwaltung ist das der Grund, aus dem sie in Frage kommt.
Ein Board ist trotzdem das, worin die meisten Vorhaben liegen. Jira, Asana und Trello haben alle eine kostenlose Stufe für ein kleines Team und alle drei dieselbe Grenze. Als Terminplan gelesen ist ein Board die übliche Art, eine Verschiebung zwei Wochen lang zu übersehen. Worin ein Plan tatsächlich lebt, nimmt Projektsoftware auseinander.
Welcher Bereich zuerst: agil, Zertifikat, Nachbarfach
Kurze Zyklen sind eine andere Antwort auf dasselbe Problem. Agiles Arbeiten liest sich am besten als Verfahren, die Kette so kurz zu machen, dass eine falsche Schätzung billig bleibt, und nicht als Ausweg aus dem Rechnen: In einem Sprint von zwei Wochen steckt ein kritischer Pfad, und er ist zehn Tage lang.
Projektzertifikate beantwortet die Frage, was in einer Stellenanzeige steht: IPMA Level D, PMP und Scrum. Das Vokabular dieser Seite stammt aus ihren Lehrgängen, gerechnet wird es dort selten. Der Satz am Dienstag ist ein Schreibproblem, bevor er ein Terminproblem ist, und gebaut wird er unter Kommunikation. Sobald die Menschen auf der Kette Ihnen unterstellt sind, heißt das Fach Führung und ist keine Beförderung aus diesem. Die Tabelle mit den zwei Spalten steht unter Bürosoftware, alles zusammen unter Arbeitsorganisation.
Eine Frage hat der Verlag in Woche null nicht gestellt: ob der Druck auf der Kette liegt, weil er dort liegen muss, oder weil niemand nach einer Druckerei mit demselben Feiertagskalender gefragt hat. Umsortieren verkürzt einen Termin, ohne dass jemand schneller arbeitet, und ist ab dem Tag verspielt, an dem das erste Datum laut ausgesprochen wurde. Wer ihn ziehen will, braucht die vier Punkte, die vorher vereinbart sein müssen: Voraussetzungen nimmt sie auseinander.