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Was eine Kundschaft netto über Jahre übrig lässt, deckelt jede Ausgabe darunter. Die Rechnung dauert einen Nachmittag und liegt im Rechnungsordner.

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Strategie

Am billigsten zu erreichen ist die Kundschaft, die am wenigsten trägt

Zwei Achsen aus dem Rechnungsordner einer Leipziger Werkstatt: was eine Kundschaft übrig lässt, und wie viel Arbeit es kostet, vor sie zu treten.

27 € netto, einmal4.050 € über Jahre

Kommt von selbst

Die Jacke am MittwochKommt herein, zahlt 47,60 € und ist wieder weg. Diese Zelle füllt sich ohne Zutun.
Das Theater ohne SchneiderinZwei Häuser seit 2023, beide über eine Empfehlung. Wertvoll und nicht wiederholbar.

Muss geholt werden

Der Auftrag aus einer AnzeigeKostet Geld und lässt 27 € übrig. Die Zelle, die abgelehnt wird.
Der Kostümfundus mit 400 TeilenEin Jahr vorsprechen, dann fünfzehn Aufträge im Jahr.

Das Raster gehört einer Werkstatt und stammt aus ihren eigenen Rechnungen. Eine Änderungsschneiderei in einer Universitätsstadt würde dieselben Achsen zeichnen und andere Namen in die Zellen schreiben.

Am Schild der Werkstatt Plagwitz in Leipzig steht 47,60 € für einen neuen Reißverschluss. In der Kalkulation derselben Werkstatt steht 40,00 €. Beide Zahlen sind richtig, und wer sie verwechselt, rechnet jede Entscheidung darunter um 19 % zu günstig.

Der Unterschied ist die Umsatzsteuer, und er ist keine Frage für die Buchhaltung. Ein Verbraucherpreis enthält die Umsatzsteuer, ein Preis zwischen Betrieben nicht: die Preisangabenverordnung verlangt gegenüber Verbrauchern den Gesamtpreis, und im Geschäft mit Firmen ist der Nettopreis üblich. Wer die Privatpreisliste gegen den Satz für Firmenkunden hält, vergleicht einen Brutto- mit einem Nettobetrag und hält das Privatgeschäft für lohnender, als es ist.

Kundenwert: die ganze Rechnung

Die Änderung an der Jacke bringt netto 40,00 €. Material und Fremdleistung kosten 13,00 €, es bleiben 27,00 € übrig, und dann ist der Auftrag zu Ende. Ein Kostümfundus mit 400 Teilen zahlt 92,00 € netto je Auftrag, verursacht 38,00 € an Material und Fremdleistung und lässt 54,00 € übrig. Auf diesen zwei Zeilen ist der Fundus der bessere Kunde, und hier hören die meisten Kalkulationen auf.

Die zweite Hälfte der Rechnung entscheidet alles Weitere. Der Kundenwert ist Deckungsbeitrag mal Aufträge im Jahr mal Jahre. Der Fundus bestellt fünfzehnmal im Jahr und liegt seit 2021 in der Kartei, also fünf Jahre. 54 € mal 15 Aufträge mal 5 Jahre sind 4.050 € aus einem Fundus. Die Jackenreparatur ist 27 € wert, einmal. Ein Fundus ist 150 Jackenreparaturen wert, und die zwei werden auf Wegen gewonnen, die nichts miteinander zu tun haben.

Diese Zahl ist die Decke über jeder Entscheidung auf dieser Seite. Eine Werkstatt, die 4.050 € kennt, kann ein Jahr lang Geld verlieren, um einen Fundus zu gewinnen. Eine Werkstatt, die den Auftrag für 54 € hält, kann keine Briefmarke rechtfertigen. Plagwitz hat 2024 für die Jackenkundschaft geworben, aus dem Grund, aus dem das alle tun: die Jackenkundschaft sucht schon.

Die Umsatzgrenze: derselbe Preis, 19 % weniger

Bis 2023 lag der Umsatz der Werkstatt unter der Grenze der Kleinunternehmerregelung, und dann waren 47,60 € am Schild auch 47,60 € in der Kalkulation. Die Regelung nach §19 UStG greift, wenn der Umsatz im Vorjahr unter 25.000 € und im laufenden Jahr unter 100.000 € liegt; beide Grenzen gelten seit dem 01.01.2025. Wer sie überschreitet, weist den Regelsatz aus, und der liegt in Deutschland seit 2007 bei 19 %.

Am Schild änderte sich nichts. In der Kalkulation fiel jeder Privatauftrag um 19 %, und aus 47,60 € wurden 40,00 €. Der Deckungsbeitrag einer Jacke sank in derselben Nacht von 34,60 € auf 27,00 €, ohne dass eine Kundin weggeblieben wäre. Das ist die eine Zahlenbewegung in diesem Betrieb, die keine Marketingentscheidung war und jede Marketingentscheidung verändert hat.

Die Reihenfolge, und was rückwärts bricht

Wert, dann wer, dann was, dann wo. Vorwärts verengt jede Antwort die nächste, bis die letzte fast von selbst dasteht: sobald die Käuferin ein Kostümfundus ist, ist die Frage nach dem Weg zu ihr eine kurze Liste, und Geld steht nicht darauf. Rückwärts wird der Kanal zuerst gewählt, und jede spätere Antwort muss sich einer Entscheidung beugen, die ohne Wissen gefallen ist.

In Plagwitz lief es rückwärts, und der Anlass war eine Fortbildung. Die Handwerkskammer bot 2024 einen Nachmittag zu Social Media an, danach stand der Kanal fest, und die Frage, für wen genäht wird, wurde nie gestellt. Elf Monate Beiträge über Nähtechnik brachten 90 Privataufträge und kein Theater, weil ein Kostümfundus seine Werkstatt nicht über einen Kanal sucht, sondern über eine Ausstatterin, die schon einmal zufrieden war. Das ist der deutsche Weg in die falsche Reihenfolge: nicht Nachlässigkeit, sondern ein gut gemeinter Kurs, der bei Schritt vier anfängt.

Die Reihenfolge

Vier Antworten, und nur die letzte lässt sich ohne die anderen geben

Jede Antwort verengt die darüber, und darum ist das eine Treppe und keine Aufgabenliste.

  1. 01Was eine Kundschaft übrig lässtDeckungsbeitrag, Aufträge im Jahr, Jahre. Drei Zahlen und ein Nachmittag mit dem Rechnungsordner.
  2. 02Welche KundschaftEine zu benennen heißt, eine andere aufzugeben. Hier bleiben Betriebe stehen, und Stehenbleiben sieht wie Beschäftigtsein aus.
  3. 03Was ihr zu sagen istEin Satz, den die Werkstatt zwei Straßen weiter nicht drucken würde.
  4. 04Wo es zu sagen istDer einzige Schritt, der ohne Wissen gegangen werden kann, und darum der, der zuerst gegangen wird.

Die Treppe sagt nichts darüber, wie lange eine Stufe dauert. Die erste ist ein Nachmittag. Die zweite hat Betriebe ein Jahr gekostet, weil sie bedeutet, Arbeit abzulehnen.

Der Stillstand: das Segment, das niemand aufgibt

Der Stillstand liegt auf Schritt zwei, und er liegt dort aus einem Grund, der mit Können nichts zu tun hat. Zu benennen, für wen der Betrieb da ist, heißt zu benennen, für wen er es nicht ist, und diese zweite Hälfte ist die Entscheidung, in diesem Quartal weniger zu verdienen. Also kommt die Antwort als »alle, die etwas ändern lassen wollen« zurück, was keine Antwort ist, und die Arbeit sieht weiter fertig aus.

Die Zahl, die den Stillstand fertig aussehen lässt, ist die Anfrage. Im Postfach ist eine Jacke eine Zeile und ein Theater eine Zeile, und 90 Privataufträge sehen nach mehr Fortschritt aus als zwei Häuser. Eine Anfrage ohne Kundenwert dahinter ist eine ungewichtete Zahl, und ungewichtet gewinnt immer die Kundschaft, von der es mehr gibt. Deshalb zählt diese Seite Aufträge mal Deckungsbeitrag mal Jahre und nicht Anfragen.

Was 2026 zu öffnen ist

Der kostenlose Boden besteht aus zwei Werkzeugen, und eines davon ist in Deutschland mehr wert als anderswo. Die Google Search Console zählt Einblendungen und Klicks, ohne jemanden zu fragen, und ist damit die einzige unverfälschte Zahl, die eine deutsche Website über ihre eigene Nachfrage hat. Sie hat die Suchdaten ersetzt, die Google 2011 aus der Analyse entfernt hat.

Alles, was auf der Website selbst gemessen wird, hängt an §25 TDDDG: was technisch nicht notwendig ist, darf erst nach einer Zustimmung auf dem Gerät gespeichert oder von dort gelesen werden. Matomo ist die verbreitete deutsche Antwort darauf, weil es selbst gehostet läuft und cookiefrei oft ohne Bannerabfrage auskommt; die Software kostet nichts, der Server schon. Google Trends beantwortet ohne Konto, ob eine Nachfrage saisonal ist, und für eine Änderungsschneiderei ist sie das heftig, weil im Januar niemand einen Anzug ändern lässt und im Mai alle.

Keines der drei weiß, was eine Kundschaft nach dem ersten Besuch wert ist. Diese Zahl liegt in den Rechnungen, und in Deutschland liegt sie dort vollständig, weil §14 UStG festlegt, was auf einer Rechnung zu stehen hat. Der Nachmittag, an dem die 4.050 € aus dem Ordner geholt werden, ist mehr wert als jede Übersicht, und das ist das Argument, das die Webanalyse immer wieder führen muss.

Sechs Cluster, und die zwei zuerst

Anfangen bei der Zielgruppe, denn die 4.050 € kamen aus der Frage an eine Ausstatterin, wie sie ihre letzte Werkstatt gefunden hatte, und die Antwort war eine Empfehlung von einer Maskenbildnerin. Dann die Positionierung, die einzige Entscheidung hier mit einem Preis daran: ein Satz, den die Werkstatt zwei Straßen weiter nicht drucken würde.

Danach gibt Funnel und Kaufphasen den Zählrahmen, und die Kanalwahl folgt daraus statt umgekehrt. Budgets übersetzen die 4.050 € in einen Monatsbetrag. Nur die Markteinführung steht daneben, weil ein Datum eine Fessel ist, die die anderen fünf nicht haben.

Das alles liegt unter Marketing, und für jemanden, dessen Name auf dem Werkstattschild steht und nicht auf einem Arbeitsvertrag, ist die Nachbarfrage die Existenzgründung. Die Jacke und das Theater kommen auch auf verschiedenen Seiten an und brauchen dort verschiedene Dinge, was zuerst eine Gestaltungsfrage ist und im UX-Design ernst genommen wird.

Die 4.050 € stehen auf fünf Jahren, und fünf Jahre ist die einzige Zahl darin, die in Plagwitz niemand gemessen hat. Sie ist ein Mittel über die Fundusse, die noch in der Kartei liegen, also ein Mittel über die, die nicht gegangen sind. Was diese Zahl wirklich ist, entscheidet, was der Betrieb für den nächsten Fundus ausgeben darf, und die Rechnung dafür steht in Wirkung belegen.

Daneben

Darüber