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Was zwischen einer Datei, die richtig aussieht, und tausend Flaschen steht: die Sperrung einer Wortmarke, die Silbentrennung im Blocksatz und fünf Zahlen für die Druckerei.

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Ein Handwerk, fünf Größen

Die Sprosse entscheidet, was ein Fehler kostet

Jede Ebene ist die darunter, wiederholt, bis die Einheitlichkeit zum Problem wird, und der Fehler wechselt auf jeder Stufe.

  1. 05Das Regelwerk schreibenRegeln, denen eine Fremde folgt, ohne zu fragen, in einem Land, in dem Sie nie waren.es wird übergangen
  2. 04Ein Erscheinungsbild bauenEin System, das andere anwenden, während Sie nicht im Raum sind.nur Sie können es benutzen
  3. 03Ein Dokument setzenSechzig Seiten, die einander nicht widersprechen, gehalten von Formaten statt vom Gedächtnis.es ist uneinheitlich
  4. 02Eine Seite setzenEine Botschaft, eine Hierarchie, gelesen aus einer Entfernung.es bleibt ungelesen
  5. 01Ein Wort setzenEine Wortmarke, ein Titel, ein Preis. Jeder Fehler ist an einem Nachmittag sichtbar.es ist hässlich

Wie lange eine Sprosse dauert, sagt die Leiter nicht; das hängt mehr an der Kundschaft als an der Arbeit. Behauptet wird die Reihenfolge, und dass der Sprung auf die vierte der übliche teure Fehler ist.

Eine Wortmarke aus Versalien, gesetzt mit der Laufweite, die die Schrift mitbringt, ist das häufigste Zeichen dafür, dass ein Logo im ersten Jahr entstanden ist. Versalien wurden geschnitten, um neben Gemeinen zu stehen, nicht nebeneinander, und ein Wort aus lauter Großbuchstaben kommt zu eng an. Die gewöhnliche Korrektur lautet: Versalien in einer Wortmarke um 50 Tausendstel sperren. Danach sieht das Wort nicht mehr aus wie ein Wort, mit dem etwas nicht stimmt.

Hanne Kruse zeichnet das Etikett für eine Kräuterlimonade aus einer Manufaktur in Halle: tausend Bügelflaschen zu 0,33 Litern, Etikett 70 mal 95 Millimeter, gedruckt in Leipzig von einer Offsetdruckerei, die eine Kiste zurückschickt und keine Erklärung dazu. Fast alles, was daran schiefgehen kann, ist eine Zahl, die nie eingetippt wurde, und keine davon ist zu sehen, solange die Datei fertig aussieht.

Fünf Sprossen, fünf Fehler

Dieses Thema ist keine Reihe von Spezialgebieten nebeneinander. Es ist ein Handwerk in fünf Größen, und die Sprossen werden in dieser Reihenfolge genommen: ein Wort setzen, eine Seite setzen, ein Dokument setzen, ein Erscheinungsbild bauen, das Regelwerk schreiben.

Wichtig sind die Sprossen, weil der Fehler auf jeder ein anderer ist. Ein schlechtes Wort ist hässlich, eine schlechte Seite bleibt ungelesen, ein schlechtes Dokument ist uneinheitlich, und Uneinheitlichkeit ist genau das, was eine Kundin bemerkt, ohne es benennen zu können. Ein schlechtes Erscheinungsbild funktioniert nur in der Hand dessen, der es gemacht hat.

Wo alle stehen bleiben: Blocksatz ohne Silbentrennung

Hier hören Leute in diesem Fach auf, besser zu werden. Die Rückseite des Etiketts wird im Blocksatz gesetzt, weil jedes deutsche Buch im Blocksatz gesetzt ist und die Kante ordentlich aussieht. Die Silbentrennung bleibt aus, weil niemand sie eingeschaltet hat. Dann treffen lange Wörter auf eine schmale Spalte, und zwischen den Wörtern reißen Löcher auf, die sich über drei Zeilen zu einem hellen Fluss verbinden.

Die Spalte auf Hannes Rückseite ist 55 Millimeter breit und der Text steht in 8 Punkt. Bei einer gewöhnlichen Antiqua sind das rund 39 Zeichen je Zeile, und Kräuterlimonade allein hat 15 davon. Die Regel dazu ist kurz: Blocksatz erst ab 40 Zeichen Zeilenlänge, darunter Flattersatz. Eine 55 Millimeter schmale Spalte ist also der Grenzfall, und ohne Trennung ist sie keiner.

Die Trennung folgt der Sprache, die am Absatz eingestellt ist, und ein Dokument aus einer englischen Vorlage trägt dort Englisch. Dann wird nach englischen Regeln getrennt oder gar nicht, und beides sieht so aus, als wäre nichts geschehen.

Sperrung und Durchschuss

Beide Zahlen wohnen im selben Bedienfeld wie die Schriftgröße, und beide werden fast immer übergangen. Die erste ist die Sperrung von oben. Die zweite ist der Durchschuss: Der automatische Durchschuss ist die Schriftgröße plus ein Fünftel, also eine Beziehung für alle Größen, und die richtige Beziehung ist keine einzelne.

Die Rückseite läuft mit 8 Punkt auf 10, mehr als die automatischen 9,6, weil kleine Schrift in einem langen Block Luft braucht. Der Name auf der Vorderseite läuft mit 34 Punkt auf 34, weniger als die automatischen 40,8, weil zwei Wörter in dieser Größe genug Luft haben und die Voreinstellung die zweite Zeile aus der Reichweite der ersten fallen lässt.

x-Höhe 1,2 Millimeter: die Pflichtangaben

Auf einem Lebensmitteletikett hört die Gestaltung an einer Stelle auf und das Gesetz fängt an. Die Lebensmittelinformationsverordnung, die europäische Verordnung 1169/2011, schreibt für die Pflichtangaben eine Mindestgröße vor, und sie tut es auf eine Art, die für ein gestaltendes Auge lehrreich ist: Die x-Höhe der Pflichtangaben beträgt mindestens 1,2 Millimeter. Bei einer größten Oberfläche unter 80 Quadratzentimetern sind es 0,9.

Gemessen wird die Höhe des kleinen x, nicht der Schriftgrad. Bei einer Schrift, deren x-Höhe rund die Hälfte des Kegels ausmacht, sind 1,2 Millimeter etwa 2,4 Millimeter Schriftgröße, also knapp 7 Punkt. Bei einer Schrift mit kleiner x-Höhe reichen 7 Punkt nicht, und bei einer Grotesk mit großer x-Höhe genügen 6,5. Zwei Etiketten in derselben Punktgröße können also das eine zulässig und das andere nicht sein. Messen Sie das x.

Die Flasche liegt über 80 Quadratzentimetern, für Hanne gilt also der größere Wert. Dazu kommt die Nährwertdeklaration, die als Tabelle zu stehen hat, solange der Platz reicht. Beides entscheidet, wie viel Etikett für die Gestaltung übrig bleibt, und beides wird bemerkt, wenn der Entwurf steht.

Der Übergang

Fünf Dinge zwischen einer Datei, die stimmt, und tausend Etiketten, die stimmen

Jede Planke ist eine Zahl, die auf dem Bildschirm unsichtbar ist, und wegen keiner einzigen ruft eine Druckerei an.

Ein Etikett, das auf Ihrem Bildschirm fertig aussieht70 mal 95 Millimeter, hinterleuchtet, in der Vergrößerung, in der Sie gerade waren
  1. 01Beschnitt und Sicherheit3 Millimeter über das Endformat hinaus, Text 5 Millimeter darin
  2. 02AuflösungPixelbreite geteilt durch zwölf ergibt die druckbaren Millimeter
  3. 03Pflichtangabenx-Höhe 1,2 Millimeter, gemessen am kleinen x und nicht am Schriftgrad
  4. 04Farbe und HaarlinienGesättigtes Grün hat kein Rezept, Schwarz allein wird grau, nichts unter 0,25 Punkt
  5. 05Ein Proof auf dem PapierGedruckt von der Maschine, die den Auftrag druckt, auf dessen Papier
Eine Kiste mit tausend Stück aus LeipzigGeschnitten, trocken, und von niemandem mehr zu ändern

Die Brücke trägt nur die Datei. Über die beiden Entscheidungen, die zusammen mehr kosten als alle fünf Planken, sagt sie nichts: Papier und Veredelung, und beide werden durch Anfassen gewählt und nicht durch Lesen.

Fünf Zahlen bis zur Kiste

Alles bisher passiert auf einem Bildschirm. Vom Rest der Säule unterscheidet dieses Thema, dass die Datei danach weggeht und sich nicht mehr ändern lässt, was zurückkommt.

Beschnittzugabe 3 mm, Text 5 mm innerhalb des Endformats. Alles, was bis an die Kante läuft, wird 3 Millimeter darüber hinaus gezeichnet, Hannes Zeichenfläche misst also 76 mal 101 statt 70 mal 95. Ein Schneidstapel wandert um etwa einen Millimeter, und ohne die Zugabe zeigt sich das an einigen der tausend Etiketten als weißer Blitzer. Aus derselben Wanderung folgt der Sicherheitsabstand. Deutsche Onlinedruckereien nennen im Datenblatt teils 2 Millimeter, teils 3; die Angabe der Druckerei gilt, nicht die Gewohnheit.

Auflösung ist Rechnen. Bei 300 Punkten je Zoll gilt: Pixelbreite durch 12 ergibt die Millimeter. Hannes Foto des Melissenzweigs ist 900 Pixel breit, druckt also 75 Millimeter und deckt die 70 bequem. Die Zwölf ist nah genug, um sie im Kopf zu rechnen, während die Wahl des Fotos noch offen ist. Ein Bild mit 500 Pixeln ergibt 41 Millimeter, und kein Hochrechnen legt Einzelheiten zurück, die nie aufgenommen wurden.

Farbe ist die Stelle, an der ein Bildschirm am selbstsichersten lügt. Er macht Farbe aus Licht, eine Maschine aus vier Farben, und die gesättigten Grüntöne einer Kräuterlimonade haben im Vierfarbdruck kein Rezept. Für Schwarz lässt es sich genau sagen: Schwarz allein aus der Schwarzplatte druckt als Dunkelgrau, neben einem Schwarz aus allen vier Farben. Jede Druckerei hat dafür ihre eigene Rezeptur, also fragen Sie danach. Wer eine Sonderfarbe braucht, arbeitet hier nicht zwingend mit Pantone: HKS ist das System, mit dem deutsche Druckereien seit Jahrzehnten arbeiten, in zwei Fächern, HKS K für gestrichenes und HKS N für Naturpapier.

Und nichts überlebt als Haarlinie: Keine Linie unter 0,25 Punkt, sonst bricht sie auf saugendem Papier auf. Die letzte Zahl ist keine: Einen Proof auf dem Papier des Auftrags verlangen, gedruckt von der Maschine, die den Auftrag druckt. Hannes Naturpapier saugt, das Grün verliert beim Auftreffen etwa ein Zehntel seiner Kraft, und wie viel genau, weiß nur, wer eines in der Hand hält.

Die Reihenfolge, und was sie rückwärts kostet

Erst die Schrift, dann Seiten, dann Dokumente, dann ein Erscheinungsbild. Rückwärts ist der Fehler von außen zu erkennen: Wer bei der vierten Sprosse anfängt, liefert Zeichen, Palette und Regelwerk für einen Betrieb, dessen eigentliche Arbeit, eine wöchentlich wechselnde Karte, er nie gesetzt hat. In der Größe, in der wirklich gearbeitet wird, sind die Regeln dann unbrauchbar.

Die zweite Umkehrung kostet kein Ansehen, sondern Geld: die Produktion zuletzt. Eine Datei ohne Beschnitt ist in zehn Minuten repariert, wenn sie auffällt, und auf eigene Rechnung neu gedruckt, wenn nicht. Das ist der ganze Grund, die fünf Zahlen früh zu lernen, obwohl sie das Uninteressanteste an diesem Fach sind: Sie sind der einzige Teil, bei dem Irren einen festen Preis und einen Liefertermin hat.

Drei Programme, und ein Abo

InDesign setzt alles, was mehr als ein paar Seiten hat, und hat den Platz Mitte der 2000er von QuarkXPress übernommen. Illustrator zeichnet die Vektoren; es hat Macromedia FreeHand abgelöst, das Adobe 2005 kaufte und zwei Jahre später einstellte. Für beide gibt es keinen kostenlosen Weg, nur eine Testphase, und das gehört so gesagt, statt einen Umweg zu behaupten.

Affinity Publisher und Affinity Designer sind der andere ernsthafte Weg für alle, die kein Abo halten können: einmal gekauft, und Druckereien nehmen die PDF-Dateien daraus an, was die einzige Prüfung ist, die über eine Alternative entscheidet. Serif gehört seit 2024 zu Canva, also prüfen Sie den Preis am Tag selbst. Scribus ist die dritte Antwort, quelloffen und kostenlos, mit CMYK und Beschnitt an Bord.

Womit Sie anfangen

Das kürzeste vollständige Projekt sind Logos, weil eine Wortmarke ein Wort ist und jeder Fehler darin an einem Nachmittag sichtbar wird. Das meistgebrauchte ist Layoutarbeit, und alles, was danach eine Marke wiedererkennbar macht, steht unter Markenauftritt.

Informationsdesign trägt am weitesten hinaus und steht der Illustration darin nahe, wie lange ein einzelnes Stück dauert. Was sich ändert, sobald die Datei den Bildschirm verlässt, steht unter Druck, und was zusätzlich ein Regal und einen Paketdienst übersteht, unter Verpackungsdesign. Die Zahlen darunter kommen aus den Gestaltungsgrundlagen, die vor dieses Thema gehören und nicht daneben.

Offen bleibt, welches Programm, und das ist eine echte Frage und keine Vorliebe, weil das Dateiformat entscheidet, wer Ihre Arbeit öffnen kann und was eine Druckerei damit anfängt. Das ist Designsoftware, und dort hört die Antwort auf, mit Gestaltung zu tun zu haben, und fängt an, davon abzuhängen, was die Druckerei in Leipzig installiert hat.

Daneben

Darüber