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Französisch lernenSprachen

Was fünf Jahre Schulfranzösisch tatsächlich hinterlassen, warum der A1-Kurs die falsche Wiederaufnahme ist, und welche fünf Regeln zwischen Schrift und Ohr stehen.

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Der Übergang

Fünf Regeln stehen zwischen dem geschriebenen Satz und dem gehörten

Jede Planke ist eine Regel, die Geschriebenes in Laute übersetzt, und keine einzige davon lässt sich rückwärts laufen.

Was auf dem Papier stehtWo eine deutsche Leserschaft nach fünf Jahren Schule das meiste wiedererkennt
  1. 01Stumme Endungenje travaille, tu travailles und ils travaillent sind ein einziger Laut
  2. 02ElisionDer Vokal des kleinen Wortes fällt weg, und die Lücke fällt mit
  3. 03LiaisonEin stummer Endkonsonant kehrt zurück und hängt sich an das nächste Wort
  4. 04Nasalvokalean, on und in sind Vokale, nicht Vokal plus n
  5. 05Das gefallene neDie Verneinung im Lehrbuch ist nicht die im Raum
Was am Ohr ankommtEin durchgehender Lautstrom, dessen Fugen an anderen Stellen sitzen

Die Brücke hat eine Fahrtrichtung. Jede Regel hier sagt, wie etwas Sichtbares klingt, und keine sagt, wie sich etwas schreibt, das nur gehört wurde.

Fünf Jahre Schulfranzösisch hinterlassen eine vollständige Grammatik, einen halben Wortschatz und kein Ohr. Das ist ein ungewöhnlicher Ausgangspunkt, und er verlangt eine andere erste Woche als eine Sprache, die wirklich neu ist.

Katrin Ebeling kauft für einen Zulieferer in Kehl ein und telefoniert zweimal die Woche nach Straßburg, sechs Kilometer über den Rhein. Ihre Mails auf Französisch sind sauber. Am Telefon versteht sie den Preis und nicht den Termin, und das liegt nicht am Wortschatz.

Was die Schule hinterlassen hat

Vier Dinge sind bereits bezahlt, und keines davon ist es im Französischunterricht einer englischsprachigen Klasse. Das ü in »tu« ist das deutsche ü. Das eu in »deux« und »peur« ist das deutsche ö. Das französische r sitzt am Zäpfchen, genau wie das deutsche. Und tu und vous verteilen sich auf dieselbe Achse wie du und Sie, sodass eine höfliche Anrede hier keine neue Idee ist, sondern eine bekannte mit anderen Wörtern.

Halber Preis ist das Genus. Zwei statt drei, und selten dasselbe wie im Deutschen: le soleil ist männlich, la lune weiblich, im Deutschen ist es umgekehrt. Wer aus dem Deutschen rät, rät systematisch falsch, und das ist besser als zufällig falsch, weil es sich abtrainieren lässt.

avoir und être folgen dem Deutschen

Das größte einzelne Geschenk steht im Perfekt. Französisch bildet die zusammengesetzte Vergangenheit mit zwei Hilfsverben, und die Verteilung ist fast dieselbe wie im Deutschen: il est allé, aber j'ai mangé, genau wie »er ist gegangen« und »ich habe gegessen«. Bewegungs- und Zustandswechselverben nehmen être, alles andere avoir.

Im Englischen ist die Trennung zwischen avoir und être verschwunden, weshalb englischsprachige Lernende sie als Liste auswendig lernen. Hier ist sie ein Sprachgefühl, das bereits vorhanden ist und nur eingeschaltet werden muss. Die Angleichung des Partizips danach ist der Teil, der wirklich neu ist, und der steht unter Französische Grammatik.

Fünf Regeln zwischen Schrift und Ohr

Zwischen dem geschriebenen und dem gehörten Satz stehen fünf Regeln, und jede einzelne läuft nur in eine Richtung. je travaille, tu travailles, ils travaillent klingen gleich: drei Formen, ein Laut, und die Endung steht nur auf dem Papier. Dazu kommt die Elision, bei der das kleine Wort seinen Vokal verliert, l'usine, weil das e vor dem Vokal wegfällt.

Die Liaison arbeitet in die Gegenrichtung und holt einen stummen Endkonsonanten in den Lautstrom zurück. Sie erzeugt dabei Paare, die es geschrieben nicht gibt: ils ont und ils sont unterscheiden sich nur im z, weil bei ils ont das stumme s von ils als z zum Verb wandert, während sont sein eigenes s behält. Am Telefon in Straßburg ist das der Unterschied zwischen »sie haben« und »sie sind«.

Die vierte Regel hat im Deutschen kein Gegenstück: banc, bon und bain sind drei verschiedene Nasalvokale, keiner davon ein Vokal mit einem n dahinter. Und die fünfte steht in keinem Schulbuch: je sais pas, ohne ne, weil die gesprochene Verneinung das ne fallen lässt. Wer fünf Jahre lang »je ne sais pas« gelesen hat, hört den Satz nicht.

Der Ton liegt am Satzende

Deutsch betont Wörter, Französisch betont Gruppen. Im Deutschen trägt jedes Wort seinen eigenen Akzent, und im Französischen fällt der Ton auf die letzte Silbe der Sinngruppe, egal aus wie vielen Wörtern sie besteht. Deshalb ist ein französischer Satz ein einziger Bogen und keine Kette.

Das ist der lauteste deutsche Akzent im Französischen, lauter als jeder einzelne Laut. Wer jedes Wort betont, zerlegt den Bogen in Stücke, wird verstanden und klingt fremd, und niemand sagt es einem. Genau daran hängt auch das Hörproblem: Wer nach Wortgrenzen sucht, findet keine, weil sie im Lautstrom nicht markiert sind. Was dabei hilft, steht unter Französisch hören; die Laute selbst unter Französische Aussprache.

Das Papier

Sechs Sprossen, zwei Diplome, und keines läuft ab

Das DELF und das DALF vergibt das französische Bildungsministerium, und sie gelten lebenslang. Das trennt sie von jeder Prüfung, die für eine Frist abgelegt wird.

  1. 06C2Nichts ist ausgenommen, die Witze eingeschlossenDALF
  2. 05C1Einer Vorlesung folgen und darin widersprechenDALF
  3. 04B2Was eine französische Hochschule üblicherweise verlangtDELF
  4. 03B1Das meiste, was ein Aufenthalt an einen heranträgtDELF
  5. 02A2Die alltäglichen Erledigungen einer WocheDELF
  6. 01A1Sich vorstellen und eine Fahrkarte kaufenDELF

Eine Sprosse beschreibt, was jemand kann, und nicht einen Kurs, den jemand besucht hat, also setzt einen auch kein Unterricht darauf. Das TCF und das TEF messen dieselbe Leiter, und ihre Ergebnisse laufen ab.

Der A1-Kurs ist die falsche Wiederaufnahme

Hier stockt es, und zwar bei der Anmeldung. Wer sagt »ich habe alles vergessen«, bucht A1, sitzt ein halbes Jahr in einem Kurs, dessen Material längst im Regal steht, langweilt sich und hört auf. Vergessen ist aber nichts davon, es ist nur nicht abrufbar, und das ist ein anderer Zustand mit einer anderen Behandlung.

Die tatsächliche Lücke liegt fast immer beim Hören und beim freien Sprechen, also irgendwo zwischen A2 und B1, während Lesen und Grammatik höher liegen. Ein Kurs, der alle vier gleich behandelt, trifft keine davon. Volkshochschulen bieten dafür Einstufungstests an; danach fragen muss man selbst, und es lohnt sich, weil eine Stufe zu hoch hier besser ist als eine zu tief.

Der zweite Teil der Wiederaufnahme kostet nichts und steht in keinem Kursprogramm: eine Woche lang jeden Abend zwanzig Minuten hören, ohne etwas nachzuschlagen. Nach dieser Woche ist die Lücke messbar, und erst danach ist die Kursfrage überhaupt zu beantworten. Wie sich so etwas verlässlich in eine Woche einträgt, steht unter Lernmethoden.

Sechs Sprossen, zwei Diplome, kein Ablaufdatum

Das DELF und das DALF werden vom französischen Bildungsministerium vergeben und gelten lebenslang. Genau das unterscheidet sie vom TCF und vom TEF, die dieselbe Leiter messen und deren Ergebnisse ablaufen. In Deutschland werden sie am Institut français und an anerkannten Prüfungszentren abgelegt, mehrmals im Jahr, und B2 ist die Stufe, die eine französische Hochschule üblicherweise verlangt.

Eine Sprosse der Leiter beschreibt, was jemand kann, und nicht, welchen Kurs jemand besucht hat. Deshalb setzt einen kein Kurs darauf, und deshalb ist die Frage nach der Stufe eine andere als die nach dem Kurs. Welche Prüfung wofür gebraucht wird, steht unter DELF und DALF.

Werkzeuge 2026: sehen, nachschlagen, hören

arte.tv ist ein Sonderfall, weil der Sender deutsch und französisch zugleich ist. Viele Sendungen liegen in beiden Sprachfassungen vor, kostenlos und ohne Konto, sodass dieselbe Dokumentation zuerst auf Französisch und danach zur Kontrolle auf Deutsch laufen kann. Abgelöst hat das die Satellitenschüssel und die aufgenommene Kassette. Die Grenze: Nicht jede Sendung liegt in beiden Fassungen vor, und die Mediathek nimmt Sendungen nach einer Frist wieder herunter.

Das PONS-Wörterbuch im Netz kommt aus Stuttgart, ist kostenlos und hat das gedruckte Schulwörterbuch abgelöst, das bei den meisten hier noch im Regal steht. Wertvoll daran sind die vollständigen Konjugationstabellen, weil im Französischen die geschriebene Form allein nicht sagt, wie viele davon gleich klingen.

Das »Journal en français facile« von RFI läuft täglich, dauert etwa zehn Minuten und hat eine Abschrift daneben. Kostenlos, ohne Konto, und es hat das Kurzwellenradio ersetzt, an dem dieselbe Übung früher hing. Für die zwanzig Minuten oben ist es der geeignete Posten: einmal hören ohne Abschrift, einmal mit, und der Abstand zwischen beiden Durchgängen ist die eigentliche Messung. Der Wortschatz dazu wächst nebenbei, systematisch unter Französische Vokabeln.

Womit die Wiederaufnahme beginnt

Nicht mit der Grammatik, die vorhanden ist, und nicht mit Vokabeln, die zur Hälfte vorhanden sind. Sie beginnt beim Ohr und bei der Anrede, denn die erste Entscheidung eines Telefonats ist tu oder vous, und dafür gibt es Französisch sprechen. Wie teuer die anderen dreiundzwanzig Sprachen vom Deutschen aus sind, steht unter Sprachen.

Bleibt die Frage nach der Reihenfolge: Lohnt nach dem Französischen noch Italienisch oder Spanisch, und wenn ja, mit welchem Abstand? Zwei romanische Sprachen nebeneinander stören einander genau dort, wo sie sich ähneln, und das ist fast überall. Die Antwort hängt daran, ob die erste bereits auf B1 steht, und ohne Einstufung ist sie nicht zu geben.

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Darüber