Faragiri

Illustration lernenDesign

Zwanzig Zeichnungen in Briefmarkengröße, drei Werte vor jeder Farbe, und die Lichtrichtung in der Ecke. Das Ausarbeiten ist der letzte Teil und der billigste.

8Abschnitte
7Min. Lesezeit
2Tiefe

Die Reihenfolge

Jeder Zug steht auf dem darunter, und keiner lässt sich überspringen

Eine Treppe und keine Liste, weil Licht auf einer Form, die nie konstruiert wurde, auf nichts sitzt und neu gemalt statt verbessert werden muss.

  1. 01GesteEine Linie für die ganze Bewegung, in dreißig Sekunden, vor jedem Teil
  2. 02KonstruktionProportion gemessen statt gefühlt, damit ein Fehler in Minuten auffällt
  3. 03WerteHell, mittel, dunkel, nichts dazwischen, klein geprüft
  4. 04LichtEine Richtung, aufgeschrieben, und jeder Schatten hält sich daran
  5. 05Farbe und KantenDas letzte Zehntel der Arbeit und das Erste, wonach Anfänger greifen

Wie lange eine Stufe dauert, sagt die Treppe nicht, und die Stufen sind wild ungleich: Die ersten beiden sind Jahre, die letzte ist ein Nachmittag. Behauptet wird, dass ein Fehler auf einer unteren Stufe von einer oberen aus nicht zu reparieren ist.

Entschieden ist eine Illustration in der Größe einer Briefmarke. Nele Bardenhagen zeichnet die 18 Tafeln eines Naturlehrpfads im Spessart, jede im Format DIN A2 hoch, auf Aluminium gedruckt und aus anderthalb Metern im Wald gelesen. Jede Tafel beginnt als Rechteck von 40 Pixeln Breite mit vier oder fünf Strichen darin. In dieser Größe gibt es keine Zeichnung zu bewundern und keine Ausarbeitung, hinter der etwas verschwindet: Sichtbar ist allein, wo die dunkle Masse sitzt, wo das Auge landet und ob die Tafel überhaupt liest.

20 Daumennägel, 6 Skizzen, 3 ausgearbeitet, 1 fertig ist die Form einer Tafel, und die Entscheidungen fallen alle in der ersten Zahl. Halten Sie die Daumennägel 40 Pixel breit, und in dieser Größe geprüft. Die Versuchung ist, klein zu zeichnen und dann groß hinzusehen, und das ist dasselbe, wie nicht klein zu zeichnen.

Eine Fertigkeit, mehrere Oberflächen

Von außen sehen die Fächer darunter wie sieben verschiedene Handwerke aus. Sie sind eines, und das ist das Zeichnen: kein Anfängerring, den man hinter sich lässt, sondern das, was in allen anderen getan wird. Darunter liegen die Oberflächen, also die Art, wie die Striche entstehen. Mit dem Tablett zu malen und Bilder zu bauen, die auf jede Größe skalieren, haben technisch fast nichts gemeinsam und dieselbe Zeichnung darunter.

Dann die Aufgaben, also wofür das Bild da ist. Eine Gestalt muss das Drehen und das Wiederholen überstehen; ein Entwurf für etwas, das es noch nicht gibt, wird danach beurteilt, wie viele brauchbare Möglichkeiten bis Donnerstag ankommen. Eine Oberfläche lernt man in Wochen, eine Aufgabe in Jahren, und die Fertigkeit darunter in Jahrzehnten. Das ist das ehrliche Verhältnis, und auf einer Kursseite steht es nie.

Vier Züge, in einer Reihenfolge, die nicht nachgibt

Dreißig Sekunden je Pose, zwanzig Posen, ohne Radieren. Das ist das Aufwärmen für den ersten Zug, die Geste: eine Linie für die ganze Bewegung, bevor irgendein Teil beschrieben wird. Eine Figur, die vom Kopf abwärts Stück für Stück gebaut wird, kommt mit steifem Rückgrat an und mit einer Schulter, mit der eine Stunde lang verhandelt wird, und die Zeichnung erholt sich nicht davon, weil alles danach gegen einen Fehler gemessen wurde.

Der zweite Zug ist die Konstruktion, und an ihm hängt ein Wert. In Kopfhöhen messen, mit dem Stift auf Armlänge: Ellbogen durchgedrückt, damit der Stift immer denselben Abstand zum Auge hat, der Daumen markiert den Scheitel, und dieselbe Länge wird an der Figur abgetragen. Ein Erwachsener steht bei etwa siebeneinhalb Kopfhöhen, ein vierjähriges Kind bei fünf, und der Förster auf Neles Tafel ist mit sechseinhalb gezeichnet, damit er neben der Buche breit und gedrungen liest. Die Messung ist keine Regel darüber, wie Menschen aussehen. Sie ist die Art, die eigene Zeichnung beim Falschsein zu erwischen, bevor vier Stunden darin stecken.

Dritter Zug: Drei Werte, bevor irgendeine Farbe dazukommt. Das ganze Bild auf hell, mittel und dunkel bringen, nichts dazwischen, und bei 40 Pixeln ansehen. Ist der Kopf des Försters ein mittlerer Ton auf mittlerem Grund, verschwindet er in dieser Größe und verschwindet später auf der Tafel, gleich welche Farbe hinterherkommt.

Der vierte Zug kostet eine Zeile auf der Tafel: Die Lichtrichtung in die Ecke schreiben, bevor gemalt wird. Neles Tafeln haben eine Quelle, die Sonne von links oben durch das Laub, also zeigt jeder Schatten von ihr weg. Anfänger beleuchten jeden Gegenstand für sich, und heraus kommt ein Bild, auf dem nichts im selben Wald steht.

Zwei Prüfungen zu je zehn Sekunden

Schwarz füllen und prüfen, ob es noch erkennbar ist. Eine Gestalt, die als schwarze Fläche überlebt, überlebt auch klein, weit weg und schlecht gedruckt. Der Förster funktioniert als Umriss wegen des Huts und des Messstocks in Kniehöhe; nehmen Sie dem Wildschwein daneben die Farbe, und beide sind dieselbe Form, was keine Menge an Gesicht repariert.

Die zweite Prüfung ist anderer Art. Ankerpunkte nur an die Extrempunkte setzen, also oben, unten, links und rechts einer Kurve, mit waagerechten oder senkrechten Anfassern. Ein Eichelhäher mit 4 Ankerpunkten hat einen Flügel, der sich ändern lässt; derselbe Vogel mit 19 nachgezogenen Punkten hat einen Flügel, der wellt und den niemand mehr bearbeiten kann, die Zeichnerin eingeschlossen. Die Anzahl ist das Erkennungszeichen, und sie steht in der Datei, bevor sie im Bild steht.

Ausarbeiten, was noch nicht stimmt

Hier hören Leute in diesem Fach auf, besser zu werden, und merken es nicht. Ausarbeiten fühlt sich nach Arbeit an: Es ist ruhig, es ist sichtbar genau, und jede Stunde bringt etwas hervor, das fertiger aussieht als die Stunde davor. Zeichnen fühlt sich nach Scheitern an, weil sein ganzer Zweck ist herauszufinden, was nicht stimmt. Also gehen sechs Stunden in Fell und Rinde über einer Schulter, die an der falschen Stelle sitzt.

Die Prüfung bei 40 Pixeln ist die Kur und kostet nichts. Liest der Daumennagel in drei Werten nicht, rettet ihn keine Ausarbeitung, und der richtige Zug ist, die Tafel nach zwanzig Minuten wegzuwerfen statt nach zehn Stunden. Die andere Hälfte derselben Strenge: Die Endgröße steht vor dem ersten Strich fest. Neles Tafeln drucken 420 Millimeter breit und werden aus anderthalb Metern gelesen, also ist alles feiner als etwa ein Millimeter für niemanden gezeichnet.

Eine Tafel

Neunzehn der zwanzig waren immer zum Wegwerfen bestimmt

Die Breite jedes Bandes ist die eigene Anzahl, also ist der Abfall die Aussage: Fast der ganze Verlust geschieht auf der ersten Stufe, absichtlich und billig.

  1. Daumennägel, 40 Pixel breitVier oder fünf Striche je Stück, zwanzig Minuten für den Satz20
  2. Grob angelegtNoch keine Ausarbeitung, und das Wertmuster ist lesbar6
  3. AusgearbeitetOrdentlich gezeichnet und jemandem gezeigt, der nicht Sie sind3
  4. FertigDas einzige Blatt, das die zehn Stunden bekommt1

Die Zahlen sind die Gewohnheit einer Illustratorin an einem Auftrag und keine Regel. Nicht verhandelbar ist die Richtung: Wer mit drei Einfällen beginnt, wählt zwischen dreien, und das ist kein Wählen.

Die Mappe verlangt die 19 verworfenen

Hier bekommt die Rechnung oben einen zweiten Sinn, den keine englische Seite hat. Wer sich an einer Kunsthochschule oder für ein Gestaltungsstudium an einer Fachhochschule bewirbt, legt eine Mappe vor, und was dort gefragt wird, ist nicht die eine fertige Tafel. Gefragt sind die Skizzenbücher, die Reihen, die verworfenen Varianten und die Frage, wie jemand von zwanzig auf eine kommt.

Das ist ungewohnt herum. Der Mappenkurs an der Volkshochschule bringt Leuten bei, ihre besten drei Blätter zu zeigen, und die Hochschule sucht die anderen siebzehn. Wer die Daumennägel wegwirft, wirft genau das weg, wonach gefragt wird, und wer sie behält, hat den Nachweis, dass die Entscheidung stattgefunden hat.

Das Recht bleibt, das Nutzungsrecht geht

Ein zweiter Unterschied steht im Gesetz und ändert die Rechnung. Übertragen wird das Nutzungsrecht, nicht das Urheberrecht: Paragraf 29 des Urheberrechtsgesetzes erklärt das Urheberrecht für nicht übertragbar, also gibt es hier keinen Verkauf einer Zeichnung im amerikanischen Sinn. Eingeräumt wird ein Nutzungsrecht, und zwar für eine benannte Art, einen benannten Umfang, ein benanntes Gebiet und eine benannte Dauer.

Daraus folgt der Satz, der auf jedes Angebot gehört: Was im Vertrag nicht genannt ist, bleibt bei der Urheberin. Paragraf 31 Absatz 5 des Urheberrechtsgesetzes legt einen unklaren Vertrag im Zweifel eng aus. Der Naturpark hat die Tafeln bestellt; will er dieselben Bilder im nächsten Jahr auf einem Faltblatt und auf Bechern, ist das eine zweite Nutzungsart und eine zweite Rechnung. Und Paragraf 13 gibt das Recht auf Namensnennung, weshalb Neles Name unten auf der Tafel steht, in 12 Punkt.

Womit gezeichnet wird

Procreate ist die gewöhnliche Antwort für Zeichnen und Malen, einmal gekauft statt im Abo, und es hat für viele arbeitende Illustratorinnen seit ungefähr 2018 das Skizzenbuch samt Scanner abgelöst. Es läuft nur auf einem iPad, und das ist die Bedingung, die vor dem Kauf zu kennen ist.

Krita ist das quelloffene Malprogramm und ein echtes Werkzeug statt eines Trostpreises: Es hat Photoshop als kostenlosen Weg zum Malen abgelöst und hat die Pinselmaschine, die diesen Anspruch trägt. Inkscape tut dasselbe für Vektoren, kostenlos, gegen ein Programm im Abo.

Modelle, die Bilder erzeugen, gehören inzwischen zu diesem Fach, ob es jemand wollte oder nicht, und die ehrliche Beschreibung ist eng: Sie liefern schnell viele Möglichkeiten, was der erste Nachmittag eines Entwurfs braucht, und sie halten keine Gestalt über 18 Tafeln durch. Nele bekommt in einer Stunde vierzig Waldstücke und keinen Förster, der zweimal dieselbe Person ist. Seit August 2026 verlangt Artikel 50 der KI-Verordnung außerdem, dass erzeugte Inhalte als solche erkennbar sind.

Wo Sie hineingehen

Anfangen lässt sich nur an einer Stelle, und das ist Zeichnen, weil alles andere darauf steht. Danach eine Oberfläche: Digitale Malerei oder Vektorillustration, und die beiden haben technisch fast nichts gemeinsam.

Die Aufgaben kommen zuletzt. Figurendesign ist die Gestalt, die das Wiederholen übersteht, Concept Art die Menge brauchbarer Möglichkeiten bis Donnerstag, Lettering Zeichnen, das zufällig ein Wort ergibt, und Porträts die Ähnlichkeit, an der die Konstruktion von oben zuerst scheitert.

Offen bleibt, wofür das Bild gemacht ist und neben was es steht, denn eine Illustration erscheint fast nie allein. Sie sitzt auf einem Umschlag, in einem Layout, neben einer Schrift, die jemand anders gesetzt hat, und diese Entscheidungen liegen im Grafikdesign. Wie sie liest, sobald sie dort steht, kommt aus den Gestaltungsgrundlagen, und in welchem Programm die Arbeit wirklich leben muss, entscheidet die Designsoftware.

Daneben

Darüber