Faragiri

Sprachen lernen

Welche Sprache für jemanden mit deutscher Schulbildung wirklich teuer wird, was davon kostenlos geht, und warum das Englisch nach acht Jahren Schule stehen bleibt.

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Die Aufteilung

Zwei Ranglisten derselben vierundzwanzig Sprachen, und nur eine ist vom Deutschen aus gemessen

Jede veröffentlichte Schwierigkeitsliste misst den Abstand vom Englischen aus, und vom Deutschen aus verschieben sich drei dieser vier Zeilen.

Nach SchwierigkeitDie übliche Liste, gemessen vom Englischen aus
Nach Ihrer RechnungWas Deutsch schon bezahlt hat, und was offen bleibt
RussischWeit oben, eine der schwerenSechs Fälle in einer bekannten Rolle
EnglischGanz unten, die leichte WahlAcht Jahre Schule, und dann Stillstand
JapanischGanz oben, drei SchriftenVerb am Ende, wie im Nebensatz
ArabischGanz oben, und das trifft zuSchrift, Wurzeln, Hocharabisch: nichts geschenkt

Sie sagt nichts über das Ende. Beide Listen gelten für den Anfang, und am Ende einer Sprache steht für alle dasselbe.

Wer in Deutschland zur Schule gegangen ist, weiß vor dem ersten Wort einer neuen Sprache bereits, was ein Fall ist, was ein Genus ist und wie eine Konjugationstabelle funktioniert. Das ist kein kleiner Vorsprung. Es ist der Grund, warum jede veröffentlichte Rangliste der schweren Sprachen an der falschen Stelle ansetzt.

Russisch steht in diesen Listen weit oben. Wer »dem Freund« von »den Freund« unterscheidet, ohne darüber nachzudenken, kauft die sechs russischen Fälle als bekannte Sache in neuer Verpackung. Englisch steht ganz unten, und genau dort steckt die deutsche Leserschaft seit Jahren fest. Die Listen messen den Abstand vom Englischen aus. Diese vierundzwanzig Themen sind vom Deutschen aus sortiert.

Deutsch hat schon bezahlt: was jede Sprache noch verlangt

Kostenlos ist der ganze grammatische Wortschatz. Fall, Genus, starke und schwache Verben, der Konjunktiv als Idee: eine Seite, die auf Deutsch erklärt, was ein Fall ist, hat damit den ersten Bildschirm verschwendet. Kostenlos ist auch die Satzklammer. Wer »weil ich das Buch gelesen habe« sagt, hat das Verb am Satzende längst geübt, und Japanisch und Koreanisch bauen darauf ihre gesamte Wortstellung. Kostenlos ist die Anrede: Sie und du sind eine grammatische Achse, und genau diese tragen die japanischen Höflichkeitsformen und die koreanischen Sprechstufen.

Halber Preis ist jede alphabetische Schrift. Kyrillisch kostet ein paar Tage, Hangul einen Vormittag, und das griechische Alphabet ist aus dem Mathematikunterricht zur Hälfte bekannt. Eine fremde Schrift sieht teuer aus und ist es selten.

Voller Preis ist alles, was Deutsch überhaupt nicht markiert. Deutsch markiert den Aspekt nicht, Russisch verlangt dafür zwei Verben, wo das Deutsche mit einem auskommt. Deutsch kennt keinen Ton, im Chinesischen und im Vietnamesischen entscheidet er über die Bedeutung. Deutsch hat keine Verlaufsform, weshalb der Unterschied zwischen »I work here« und »I am working here« auch bei fortgeschrittenen Sprechenden jahrelang unsicher bleibt. In dieser Spalte steht die Arbeit.

Deshalb stehen hier vierundzwanzig Sprachen und nicht fünf Fertigkeiten. Grammatik, Wortschatz, Aussprache, Hören und Sprechen tauchen unter zwei Dutzend Themen wieder auf, weil das Wort geteilt ist und das Problem darunter nicht. Wortschatz im Niederländischen ist ein Problem falscher Freunde, im Chinesischen eines der Zeichen und im Russischen eines der Verbpaare. Nur was sich mit der Sprache nicht ändert, steht einmal statt vierundzwanzigmal, und davon gibt es weniger, als die meisten annehmen: Es liegt vollständig in Lernmethoden. Von den acht Welten in Wissen hat eine Form teilt sich diese als einzige nach ihrem Gegenstand statt nach ihrem Handwerk.

Erst eine Sprache auf B1, dann die zweite

Die teuerste Reihenfolge ist nicht Grammatik vor Lauten oder Laute vor Grammatik. Es sind zwei Sprachen, die drei Wochen auseinander anfangen, weil die zweite fast geschenkt aussieht, solange die erste gut läuft. Zwei Sprachen stören einander genau dort, wo sie sich ähneln, weshalb Spanisch und Portugiesisch nebeneinander schlechter gehen als Spanisch und Japanisch.

Gegen diese Regel hat die deutsche Leserschaft eine persönliche Gegenerfahrung, und sie führt in die Irre. In der Schule lief Latein ab Klasse sechs neben Englisch ab Klasse drei, und es hat funktioniert. Funktioniert hat es, weil acht Jahre lang mehrere Stunden pro Woche mit Korrektur dahinterstanden. Diese Ausstattung hat im Erwachsenenalter niemand.

Die zweite deutsche Fehlreihenfolge ist, mit der Grammatik anzufangen, weil die Grammatik der billige Teil ist. Der Reflex ist verständlich: Das Kapitel über die Fälle liest sich sofort, das Kapitel über die Laute nicht. Trotzdem gehören die Laute in den ersten Monat. Was der Mund in den ersten Wochen tut, tut er danach weiter, und eine Aussprachegewohnheit loszuwerden kostet im zwölften Monat ein Vielfaches ihres Einbaus im ersten. Die arabischen Kehllaute und die vier chinesischen Töne sind kein fortgeschrittener Stoff.

Die leisere Fehlreihenfolge ist der Kurs vor der Praxis. Wer in Deutschland etwas lernen will, bucht als Erstes einen Kurs, weil es in jeder Stadt einen zu buchen gibt. Methode ist in der ersten Woche eine Stunde wert und danach erst wieder ab dem dritten Monat, wenn genug im Kopf ist, das sich überhaupt einteilen lässt.

Das Plateau

Fast alle kommen durch den Englischunterricht, und die wenigsten kommen aus B2 wieder heraus

Oben ist es breit, weil acht Jahre Schulpflicht alle hineinschieben. Der Hals ist eng, weil für das, was danach fehlt, nie eine Stunde vorgesehen war.

  1. Englisch ab Klasse dreiAcht Jahre Unterricht, Noten für Verstehen
  2. Etwa B2 nach der SchuleFilme laufen, Fachtexte auch
  3. Sechs Jahre auf B2Der Wortschatz wächst, die Sprechzeit nicht
Das B2-PlateauRezeption war ein Fach, Produktion unter Zeitdruck war nie eines
  1. Sprechen ohne VorlaufDer erste Satz, der vorher nicht im Kopf war
  2. Die eigenen FehlerFalsche Freunde, /w/ gegen /v/, und bag klingt wie back
  3. Echtes MaterialFür ein Publikum gemacht, nicht für Lernende
  4. C1, die nächste WandRegister und Idiomatik, ein anderes Tier

Sie zählt niemanden. Wer auf B2 stehen bleibt, merkt es nicht, weil auf B2 alles funktioniert, was der Alltag verlangt.

Das B2-Plateau, und warum mehr Vokabeln es verbreitern

Der zweite Monat, in dem bei einem Neuanfang aufgegeben wird, ist für die Mehrheit hier nicht die Stelle. Wer Englisch ab Klasse drei hatte, steht seit Jahren irgendwo bei B2 und kommt dort nicht weg. Die Form dieses Stillstands ist benennbar: Die Schule hat Rezeption unterrichtet und Rezeption benotet. Hörverstehen und Leseverstehen waren Aufgabentypen. Freies Sprechen unter Zeitdruck, gegenüber jemandem, der wartet, war in einer Klasse mit achtundzwanzig Jugendlichen nie einer.

Der Volkshochschulkurs danach ändert daran rechnerisch wenig. Neunzig Minuten, vierzehn Teilnehmende, und selbst wenn die Lehrkraft schweigt und niemand vorliest, bleiben sechs Minuten Sprechzeit pro Person. Ein Semester mit fünfzehn Terminen ergibt daraus anderthalb Stunden freies Sprechen. Zwei Semester ergeben drei. Genau dieser Posten fehlt.

Der Reflex darauf ist mehr Wortschatz, und mehr Wortschatz verbreitert den Abstand, statt ihn zu schließen. Ein Wort, das nur gelesen wurde, ist nur in einer Richtung abrufbar. Deutsche Stellenanzeigen verlangen »verhandlungssicheres Englisch«, und verhandelt wird dabei Tempo, nicht Umfang; daran hängt Karriereplanung öfter als am Fachlichen.

Für den anderen Teil der Leserschaft, die bei null in eine ferne Sprache startet, trifft der zweite Monat zu: sechs Wochen, in denen die Sätze länger werden als die Übungen und sich nichts nach Fortschritt anfühlt. Aufgehört wird dabei nicht bewusst, die App rutscht nur auf dem Startbildschirm nach unten.

Das Signal

Flüssigkeit sitzt in der Schnittmenge, und Vokabeltraining vergrößert den falschen Kreis

Den linken Kreis haben acht Jahre Schule gebaut. Für den rechten war im Stundenplan nie eine Spalte vorgesehen.

  • Was Sie verstehenWächst am schnellsten, und darauf gab es Noten
  • Was sofort kommtWächst am langsamsten, und geprüft wurde es nie
Was abrufbar ist

Die Kreise sind gleich groß gezeichnet, was schmeichelt. Nach acht Jahren Schulenglisch ist der linke ein Vielfaches des rechten, und diese Differenz ist das Plateau.

Werkzeuge 2026: Anki, ein Modell und der Kurs davor

Anki ist weiterhin das Programm für Wiederholungsabstände, und es hat Papierkarteikarten und ein Jahrzehnt von Nachfolgern überlebt, weil das Produkt der Zeitplan ist und nicht die Oberfläche. Kostenlos auf Windows, macOS, Linux, im Browser und auf Android; die iOS-App kostet einmalig rund 25 €, und das ist das einzige Geld in dieser Säule. Der Fehler damit ist immer derselbe: Karten für Wörter, die noch in keinem Satz vorgekommen sind.

Language Reactor und die Browserschichten daneben legen zwei Untertitelspuren auf dasselbe Video und lassen eine Zeile anhalten und zerlegen. Ersetzt hat das Pausieren, Zurückspulen und ein Wörterbuch in der anderen Hand. Die kostenlose Stufe reicht. Der Fehler ist, die deutsche Spur von Anfang an mitlaufen zu lassen, statt sie erst nach dem zweiten Versuch aufzudecken.

Ein Modell, mit dem sich sprechen lässt, ist seit 2023 das Neue und für das Plateau der passende Posten: Dort fehlt genau ein Gegenüber mit unbegrenzter Geduld. Ersetzt hat es die feste Nachhilfestunde und den Sprachtausch, der irgendwann nicht mehr zustande kommt. Kostenlose Zugänge reichen dafür. Die Grenzen gehören dazu: Es hört die Aussprache nicht, weil es Text liest, und es nimmt Sätze an, die so niemand mit dieser Muttersprache bilden würde. Woran das liegt, steht unter KI-Modelle, und eine Korrektur statt Zustimmung herauszubekommen ist die Aufgabe von Prompt-Engineering.

Die Volkshochschule steht in dieser Säule sonst nirgends und wird in Deutschland zuerst aufgeschlagen. Sie gibt einen Termin, einen Raum und eine Gruppe, und sie hat den privaten Sprachunterricht als Standardweg für Erwachsene abgelöst. Kostenlos ist sie nicht, und die Gebühr setzt jede Kommune selbst; sie steht im Programmheft der eigenen Volkshochschule. Was sie nicht liefert, ist Sprechzeit, und das ist keine Kritik am Kurs, sondern die Arithmetik der Gruppengröße.

Duolingo ist der Ort, an dem die meisten tatsächlich sind, und für den ersten Monat geht das in Ordnung. Es hat den Sprachführer abgelöst, es ist mit Werbung kostenlos, und seine Übungen bleiben kurz, weil kurze Übungen eine Serie am Leben halten. Der Satz, den man in Woche neun sagen will, ist länger als jede von ihnen.

Abrufzeit statt Wortschatz: der Test nach drei Monaten

Flüssigkeit ist keine Wortmenge. Sie ist das Tempo, in dem eine kleinere Menge erreichbar ist, während jemand auf das Ende des Satzes wartet. Die beiden Größen wachsen verschieden schnell, und der Abstand zwischen ihnen wird üblicherweise als fehlendes Selbstvertrauen gedeutet. Es ist kein Selbstvertrauen. Diese Wörter sind nur in einer Richtung abgerufen worden.

Yannick Bergmann testet Software bei einem Zulieferer in Ingolstadt und schreibt einmal pro Woche an ein Team in Bristol. Sein Englisch trägt jede Spezifikation, die er liest. Im Mai 2026 schrieb er »I become the report tomorrow«, und in Bristol hat sich niemand beschwert, weil dort alle wussten, was gemeint war. Das ist die eigentliche Falle am Plateau: Solange das Englisch verstanden wird, korrigiert sich nichts von selbst.

Unter Zeitdruck kippt deutsches Englisch zuerst an den Wörtern, die aussehen, als wären sie schon englisch:

  • bekommen heißt get und nicht become, und »I will get the report tomorrow« ist der Satz, den Yannick Bergmann gemeint hat.
  • Handy heißt auf Englisch mobile oder cell phone; handy ist dort ein Adjektiv und bedeutet praktisch.
  • eventuell heißt possibly und nicht eventually; eventually heißt schließlich.
  • Gift heißt auf Englisch poison, und das englische gift ist ein Geschenk.

Die Aussprache kippt an zwei weiteren Stellen, und beide bleiben unbemerkt, weil sie trotzdem verstanden werden. Die Auslautverhärtung ist die erste: bag klingt am Ende wie back, weil das Deutsche am Wortende hart macht, und im Englischen sind das zwei verschiedene Wörter. Die zweite ist das /w/, für das Deutsch keinen Laut hat, sodass »wine« und »vine« zusammenfallen.

Der Test nach drei Monaten: Sagen Sie laut einen Satz über etwas, das heute passiert ist und den Sie so noch nie gesagt haben, und achten Sie darauf, ob zuerst ein deutscher Satz entsteht und dann übersetzt wird. Wenn ja, ändert mehr Wortschatz daran nichts. Wenn nicht, und sei es für einen einzigen holprigen Satz, ist genau das der Unterschied zum ersten Monat. Am Arbeitsplatz ist Kommunikation daneben ein eigenes Fach: Wer die Sprache hat und die Besprechung trotzdem verliert, hat ein anderes Problem.

Buch und Straße

Wie weit die Sprache im Lehrbuch von der Sprache im Raum entfernt ist

Deutsch steht selbst auf dieser Achse, und das ist der Maßstab: Der Abstand zwischen Hochdeutsch und dem, was am Nachbartisch gesprochen wird, ist bekannt und macht die drei anderen Positionen lesbar.

Platziert danach, wie viel eines gewöhnlichen Gesprächs nach einem Lehrbuchkurs unerreichbar bleibt. Eine Einschätzung, hier getroffen, keine Messung.

  1. SpanischGelesen und gehört liegen dicht beieinander
  2. NiederländischWas im Lehrbuch steht, sagt man in Utrecht auch
  3. DeutschDer eigene Maßstab: gesprochener Standard, Dialekte daneben
  4. ArabischEin geschriebener Standard, den niemand zu Hause gelernt hat
Das Buch ist das GesprocheneDas Buch ist ein zweites Register

Sie sagt nichts über den Aufwand. Arabisch steht weit rechts und Spanisch weit links, und keine der beiden Positionen sagt, wie lange eines davon dauert.

Vierundzwanzig Themen, und wo Sie hineingehen

Englisch ist das breiteste Thema, zwölf Zweige gegen fünf bis sieben überall sonst, und es ist das einzige, in dem hier niemand bei null anfängt. Eine Seite, die dort bei der Wortstellung beginnt, hat den Raum falsch gelesen. Wer für eine Bewerbung ein Zertifikat braucht, geht direkt zu Englischprüfungen.

Deutsch steht in dieser Säule als Thema für die andere Seite: für alle, die im Betrieb erklären müssen, warum das Verb hinten steht. Wer das einmal erklärt hat, versteht danach besser, was Japanisch dafür verlangt.

Russisch ist die deutlichste Rechnung dieser Säule: Die Fälle sind geschenkt, der Aspekt ist der volle Preis. Japanisch schenkt einer deutschen Leserschaft die Wortstellung und stellt die Schrift in Rechnung. Niederländisch sieht aus wie eine Abkürzung und ist an genau einer Stelle teuer: »bellen« heißt dort telefonieren.

Arabisch ist der Fall, in dem die übliche Rangliste und die deutsche Rechnung zum selben Ergebnis kommen. Nicht die Schrift ist der teure Teil, sie ist in zwei Wochen lesbar. Teuer ist, dass ein Jahr Hocharabisch für ein Gespräch in Kairo nicht reicht.

Zu entscheiden bleibt danach nicht, welche Sprache die leichteste ist, sondern ob gerade Verstehen oder Produzieren eingekauft wird, denn das erste hat die Schule schon bezahlt. Wo die nächsten Stellen liegen, an denen es stockt, und woran sie zu erkennen sind, steht unter Lernplateaus.

Daneben

Darüber