Für einen kleinen Teil dieser Welt steht die Regel in einer Norm. DIN 5008 setzt das Anschriftfeld eines deutschen Geschäftsbriefs 27 Millimeter unter die obere Blattkante, in der zweiten Briefform 45, und wer es tiefer setzt, hat nicht anders gestaltet, sondern falsch. Für den großen Rest steht die Regel nirgends, und aussprechen lässt sie sich trotzdem.
Geteilt ist diese Welt danach, wer den Fehler findet und wie lange er dafür braucht. Nicht nach Berufsbezeichnung, nicht nach Programm.
Wer den Fehler findet
Sieben Fächer, und sie liegen auf einer Achse. Am festen Ende steht CAD: Eine Bohrung sitzt oder sitzt nicht, der Fertiger misst nach, und falsch ist dort ein Zustand und keine Meinung.
In der Mitte liegt Grafikdesign. Ein Teil der Maße ist genormt, der Rest ist Entscheidung, und das Urteil kommt mit der Palette aus der Druckerei, an dem Morgen, an dem sich nichts mehr ändern lässt. Daneben die Gestaltungsgrundlagen: Regeln, die sich aussprechen lassen und die niemand durchsetzt. Eine Kundin, die eine Seite unruhig findet, zitiert keine davon und hat doch eine gesehen.
Am weichen Ende wird es unbequem. Bei UX-Design meldet niemand den Fehler; die Fremde, die die Buchung abbricht, geht einfach. Bei der Illustration entscheiden Sie selbst, wann es fertig ist. Das ist das härteste der sieben Urteile, weil es nie eintrifft. Die Designsoftware hat gar keinen Richter: Dem fertigen Blatt sieht niemand an, in welchem Programm es entstand. Deshalb steht sie als ein Fach unter sieben und nicht an der Spitze der Karte.
Einordnen können Sie sich mit einer Frage: Wer findet den Fehler, nachdem die Arbeit abgegeben ist? Sie selbst am nächsten Morgen, ein Messschieber, oder eine Fremde, die aufgibt und nichts sagt. Die Antwort entscheidet, wie früh Sie sich vor jemandem irren müssen.
Die übliche deutsche Aufteilung kommt aus der Ausbildung: Mediengestaltung hier, technisches Produktdesign dort, Illustration als Neigung. Sie teilt nach Berufsbild und hält, bis ein Betrieb mit vier Leuten am Montag einen Katalog setzt und am Donnerstag das Schild an der Fassade zeichnet.
Was nachschlagbar ist
Ein DIN-A4-Blatt misst 210 mal 297 Millimeter, eine A6-Karte 105 mal 148, und jedes weitere Format entsteht durch Halbieren der langen Seite. Wer in Zoll gestaltet, weil das Raster aus einer amerikanischen Vorlage kommt, bezahlt es beim Beschnitt.
DIN 5008 setzt weitere Maße, die im Entwurf gern übersehen werden: Das Anschriftfeld beginnt 27 Millimeter unter der oberen Blattkante, in Form B bei 45, und die Falzmarken liegen bei 87 und 192 Millimetern, damit die Anschrift nach dem Falten im Fenster des Umschlags steht. Ein Briefbogen, der schön ist und diese Maße verfehlt, kommt aus der Poststelle zurück.
Auf dem Bildschirm ist seit kurzem ebenfalls etwas nachschlagbar. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz ist am 28. Juni 2025 in Kraft getreten und verlangt für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr an Verbraucher die EN 301 549, die auf die WCAG 2.1 in der Stufe AA zeigt. Daraus folgt eine harte Zahl: 4,5 zu 1 für normalen Text. Grau #767676 auf Weiß besteht 4,5 zu 1, #999999 nicht, und im Entwurf ist der Unterschied unsichtbar, auf einem Telefon im Tageslicht ist er alles. Etwa jeder zwölfte Mann unterscheidet Rot und Grün nicht, also trägt Farbe allein nie eine Information.
Ausgenommen sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz, und das nur bei Dienstleistungen. Wer freiberuflich für einen Onlineshop mit dreißig Beschäftigten gestaltet, gestaltet in einem Gesetz, das die Kundschaft bindet und nicht den eigenen Betrieb.
Dann hört das Nachschlagbare auf. Dass Fließtext bei 60 bis 75 Zeichen pro Zeile am leichtesten läuft, steht in keiner Norm, ist aber gezählt und nicht gefühlt: Eine Zeile mit 110 Zeichen ist der häufigste Grund, warum eine Seite ungelesen bleibt.
Vor dem Lesen
Worauf das Auge fällt, bevor jemand ein Wort gelesen hat
Die Anziehung ist zuerst die Größe, dann der Kontrast, dann der Platz um eine Sache herum. Die Position ist die vierte, die Farbe die letzte.
- Größe39 gegen 16 auf derselben Karte, und das Auge zieht die andere Reihenfolge nie in Betracht
- KontrastSchwarz auf Weiß kommt vor Grau auf Weiß an, was immer das Grau vorhat
- FreiraumDer Platz um eine Sache herum, weshalb ein Abstand eine Entscheidung ist und kein Rest
- PositionOben und an der linken Kante, und erst wenn die drei darüber gleichstehen
- FarbeBewegt das Auge am wenigsten und wird zuerst gelernt
Begründet, nicht gemessen, und gültig für eine Seite mit gewöhnlichem Text. Bei etwa jedem zwölften Mann rutscht Farbe noch weiter nach unten. Ein einziges lautes Foto ordnet alle fünf neu.
Abstände vor Farbe: die Reihenfolge, die jeder Kurs umdreht
Die Reihenfolge, die fast alle nehmen, beginnt beim Programm, weil es für das Programm einen Kurs gibt und für das Urteil keinen. Die Volkshochschule hat einen Photoshop-Abend, die IHK hat einen Schein, ein Bildungsgutschein zahlt beides. Am Ende bedienen Sie die Software und haben nichts, was hineinsoll: eine Mappe hübscher Entwürfe, von denen keiner änderbar ist.
Innerhalb der Gestaltungsgrundlagen liegt eine zweite falsche Reihenfolge, und sie ist leiser. Farbe wird zuerst gelernt, weil Farbe wie Design aussieht, und der Abstand bleibt liegen, bis niemand mehr merkt, dass er übersprungen wurde. Nehmen Sie es andersherum. Abstände vor Farbe, und die Palette wird leichter, weil weniger übrig bleibt, das sie retten muss.
Danach das Feld, für das die Arbeit gemacht wird, und erst dann das Werkzeug, gelernt in der Form der Arbeit statt in der Form seiner Menüs.
Deutscher Text ist länger: hier bleiben alle stehen
Hier hören die Leute in dieser Welt auf, besser zu werden, ohne es zu bemerken. In Figma heißen die beiden Dinge Auto Layout und Komponenten, und wer sie überspringt, baut jeden einzelnen Bildschirm und kann keinen ändern.
Dazu kommt eine zweite Stelle, die auf keiner englischen Seite steht: Deutscher Text ist länger als das Layout, in dem er landet. Das englische Save hat 4 Zeichen, Speichern hat 9 Zeichen und Einstellungen 13. In einer gewöhnlichen UI-Grotesk bei 16 Pixel Schriftgröße misst das rund 36, 78 und 106 Pixel. Eine Schaltfläche um das kurze englische Wort herum steht mit Innenabstand 16 links und rechts bei 72 Pixeln, und die deutsche Beschriftung braucht Mindestbreite 144. Messen Sie die längste Beschriftung im Satz, nicht die im Entwurf.
Merle Hübner ist die dritte Woche an den Kursseiten für Falzbein, eine Buchbinderei in Leipzig, und hat 14 davon. Dann kommen die deutschen Beschriftungen, jede Schaltfläche wird breiter, und der Abstand zwischen Beschriftung und Feld muss von 8 auf 12. Auf der Zeichenfläche sind das 14 geöffnete Dateien und sechzig Felder von Hand geschoben. Als Komponente ist es eine Zahl, einmal getippt, und 14 Seiten zeichnen sich neu.
Wer an dieser Stelle steht, schließt daraus, langsam zu sein. Das stimmt nicht. Gebaut wurde die Fassung, die sich nicht ändern lässt, und dann kam eine Änderung, was Änderungen zuverlässig tun.
Ein Figma-Problem ist das nicht. Dieselbe Stelle heißt in InDesign Absatzformate: Schrift markieren und ändern funktioniert bis Seite 60 eines Katalogs, wenn die Kundin den Fließtext eine Stufe kleiner will und es keine Stelle gibt, von der aus das ginge.
Die Stelle, an der alle stehen bleiben
Eine Änderung, die unten hereinkommt, erreicht alle 14 Seiten, sonst wird sie 14-mal von Hand gemacht
Nichts davon ist ein Schritt und nichts ist nummeriert. Jede Platte wird von der darunter gehalten, und die Schicht, in der eine Änderung hereinkommt, ist der Preis der Änderung.
- 14 KursseitenWas die Kundin ansieht, und die einzige Schicht, die die meisten überhaupt bauen14 Änderungen
- Die BuchungskarteAus der Komponente zusammengesetzt statt daneben neu gezeichnet
- Schaltfläche und FeldDie Komponente, und die Schicht, die eine Datei auf der Zeichenfläche nicht hat
- Innenabstand 16Zwei Zahlen mit Namen, an einer Stelle gehalten: Mindestbreite 144 kommt aus derselbeneine Änderung
Was es auslässt: Die unterste Platte kostet den ersten Tag. Wer eine einzige Seite baut und nie eine zweite, hat mit der Zeichenfläche recht behalten.
Was 2026 zu öffnen ist
Figma ist seit ungefähr 2019 die Voreinstellung für Oberflächen, als es den Platz von Sketch übernahm, weil es im Browser lief und mehr als eine Person in dieselbe Datei ließ. Der kostenlose Tarif ist echt und reicht, um alles hier zu lernen. Auto Layout ist darin keine Funktion für Fortgeschrittene, sondern der Grund, warum es Sketch abgelöst hat.
Der Druck ist nicht umgezogen. InDesign setzt lange Dokumente und hat den Platz Mitte der 2000er von QuarkXPress übernommen. Kostenlos ist dort nichts, es gibt nur eine Testphase: Das Abo Creative Cloud Pro kostet im Jahresvertrag, monatlich gezahlt, 77,99 € im Monat, Stand September 2026. Affinity Designer und Publisher sind der Einmalkauf, und Druckereien nehmen die Dateien an. Serif wurde 2024 von Canva gekauft, also prüfen Sie den Preis am Tag selbst.
Penpot ist die andere ehrliche Antwort, quelloffen und selbst zu hosten, und in Deutschland ist das kein Nebensatz: Wenn ein Betriebsrat oder eine Behörde die Entwürfe nicht auf einem fremden Server sehen will, entscheidet Selbsthosten darüber, ob gearbeitet wird. Welcher Teil welcher Designsoftware täglich gebraucht wird, ist ein Fach für sich.
AutoCAD zeichnet seit 1982 und hat damals das Reißbrett abgelöst; geblieben ist es wegen des Dateiformats: Jede Stelle, an die Sie eine Zeichnung schicken, öffnet eine DWG. Es ist ein Abo, für Studierende kostenlos, und FreeCAD ist der quelloffene Weg.
Modelle, die Bilder erzeugen, liefern schnell viele Varianten. Ein System halten sie nicht: vierzigmal nach einem Logo gefragt, kommen vierzig Logos zurück und nicht vierzigmal dasselbe. Setzen Sie sie dort ein, wo die Variante das Ergebnis ist, also in der Generativen KI, nicht dort, wo Gleichheit das Ergebnis ist. Artikel 50 der KI-Verordnung verlangt seit August 2026, dass erzeugte Inhalte erkennbar sind.
Der Maßstab
Sechs Grade aus einer Zahl, und die Schritte wachsen mit
Der Schritt von 31 auf 39 ist größer als der von 13 auf 16, und deshalb wirkt ein Satz, der durch Multiplizieren entstanden ist, gleichmäßig, obwohl seine Abstände es nicht sind.
Schriftgrade in Punkt auf einer A6-Karte für die Schlosserei Lindtner in Passau, von einer Nulllinie aus.
- 13Adresse
- 16Fließtext
- 20Datum
- 25Untertitel
- 31ungenutzt
- 39Name
Es lässt die Zeilenhöhe weg, die andere Hälfte eines Maßstabs, die als Verhältnis gesetzt wird und nicht als Grad. Und es sagt nicht, dass 13 Punkt für eine deutsche Adresszeile knapp wird, sobald ein Straßenname umbrechen muss.
Fünf Grade statt zwölf
Öffnen Sie eine Datei, die einen Monat alt ist, und zählen Sie die verschiedenen Schriftgrade darin. In der Datei einer Anfängerin stehen elf oder zwölf, jeder durch Ziehen an einem Griff entstanden. Bei jemandem mit Grundlagen stehen fünf oder sechs, und sie hängen an einer Zahl, die sich aussprechen lässt.
Eine gerechnete Fassung, auf einer A6-Karte für die Schlosserei Lindtner in Passau, gesetzt aus 16 Punkt Fließtext: mal 1,25 und an jeder Stufe gerundet, darüber liegen 20, 25, 31 und 39; einmal geteilt sitzt 13 darunter für die Adresszeile. Die Karte steht damit in einem Typo-Maßstab aus 16, 20, 25, 31 und 39, mit 13 für das Kleingedruckte und 31 ungenutzt, weil ein Maßstab ein Vorrat zum Auswählen ist und keiner zum Aufbrauchen.
Abstände gehen genauso: Aus 4 wird Abstand 8 und Innenabstand 16, und jedes Maß auf Merles Buchungskarte ist danach 4, 8, 16, 24 oder 32. Ein Bildschirm aus fünf Abstandswerten sieht gesetzt aus und einer aus neunzehn krank, und niemand kann sagen, welcher der neunzehn der falsche war.
Das Zeichen nach drei Monaten ist also nicht, dass die Arbeit besser aussieht. Es ist, dass jemand anderes Ihre Datei öffnet und die Akzentfarbe in unter einer Minute ändert, und dass Sie zu jedem Grad sagen können, warum er dieser Grad ist, ohne dass die Antwort lautet: Er sah richtig aus.
Wo Sie anfangen
Die Gestaltungsgrundlagen kommen zuerst, weil das meiste, was eine Kundin ein Layoutproblem nennt, ein Typografieproblem im Mantel ist. Am wenigsten naheliegend ist die Illustration, auch für Leute, die nie zeichnen wollen: Sehen wird trainiert, indem man bewunderte Arbeit in Originalgröße nachbaut und misst, wo die eigene abweicht. Dieselbe Übung macht die Fotografie durch einen Sucher.
Nehmen Sie UX-Design vor der Oberfläche, wenn die Sache benutzt und nicht angesehen wird, und gehen Sie über die Recherche hinein: Der Wireframe ist der billige Teil. In das UI-Design gehen Sie über Komponenten, aber erst, nachdem Sie dieselbe Sache zweimal von Hand gebaut haben; als erste Lektion ist eine Komponentenbibliothek ein Aktenschrank ohne Inhalt. Fertig wird ein Bildschirm ohnehin nicht in der Datei, sondern im Browser, was die Webentwicklung zu einem kürzeren Umweg macht, als er aussieht.
Zum Grafikdesign, wenn gedruckt wird, denn dort hört der Fehler auf, änderbar zu sein. Zu CAD, wenn eine Zeichnung von jemandem gelesen wird, den Sie nie treffen, in einer Werkstatt, im Gehen. In die Designsoftware zuletzt.
Was keines der sieben Fächer beantwortet, ist die Frage, die in Deutschland am Ende steht: Wer gibt das frei, und wer haftet, sobald die Seite online ist? Auf dem Bildschirm ist die Rückmeldung ein Nachmittag, im Druck der Morgen, an dem die Kartons kommen, an einem gefertigten Teil der Moment, in dem zwei Stücke nicht aufeinanderpassen. Die Freigabe ist keine Gestaltungsfrage, sie steht im Vertrag, und was da hineingehört, steht unter Freelancing.